Historisches Museum Basel - Haus zum Kirschgarten

Art Parcours: Simon Denny, Marina Pinsky, Paloma Varga Weisz

11.-17.06.

11.06.2018: 13 - 20 h
12.06.2018: 10 - 20 h
13.06.2018: 10 - 18 h
14.06.2018: 10 - 20 h
15.06.2018: 10 - 20 h
16.06.2018: 10 - 24 h
17.06.2018: 10 - 19 h

Simon Denny
In einer neuen Ära der Zentralisierung des Internets, wird ein alternatives Netz basierend auf Bitcoin und Blockchain erfunden und gebaut. Unternehmer, Ingenieure und Vermarkter sprechen von einem neuen 'dezentralisierten' Netz, in dem zentralisierte Plattform-Giganten abgelöst werden. Ansprüche eines anders gebauten Systems, wo die Nutzer ihre eigenen Daten vermarkten, gelten als spannender Durchbruch im Technologiesektor. Unter Verwendung von Bildern und der Rhetorik von Crypto Twitterfeeds, Beiträgen aus digitalen (sozialen) Medien, Reddit Fankunst und verschiedener Firmenwebsites legen die neuen Arbeiten von Simon Denny diese Sachverhalte offen. Die beschriebenen Relikte werden dann digital auf gefundene Spielbrettausgaben von Milton Bradleys 'Das Spiel des Lebens' aufgedruckt und überlagert. 'Fantastic Workshop' - ein zeitgenössischer Spiele- und Miniaturladen - kontrastiert mit der antiken Spielesammlung des Historischen Museums Basel. So wird aufgezeigt, wie das Spielen in verschiedenen Zeitaltern
Politik, Technologie und Kultur rahmt und reflektiert.

Marina Pinsky
Marina Pinskys Installation stellt zwei Serien skulpturaler Arbeiten aus, zusammen mit Artefakten aus der Sammlung des Hauses zum Kirschgarten. Eine Serie zeigt Schaumblöcke, die Schichttopografien ähneln und in Aluminium gegossene Waffen in ihrer Oberfläche enthalten. Diese sind nach Messern und anderen Objekten modelliert, die von der Transportation Security Administration (TSA) an Sicherheitskontrollen am Flughafen in den Vereinigten Staaten beschlagnahmt wurden. Die andere Serie besteht aus Skulpturen von Fleischständen und wurde ursprünglich für ein gotisches Gebäude in den Niederlanden konzipiert, das zur Zeit der frühen Marktgesellschaften in Europa gleichzeitig als Rathaus und Fleischmarkt fungierte. Im Untergeschoss kontrastieren ihre Arbeiten mit den aufwendigen Metallarbeiten und Porzellanen der Sammlung in Vitrinen. Pinsky spricht das Publikum mit einem Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft an und zeigt auf, wie sich Wirtschaft, Handel und kulturelle Identitäten im Laufe der Zeit entwickelt haben.

Paloma Varga Weisz
Die Installation von Paloma Varga Weisz im intimen Raum des Kirschgarten-Pavillons konzentriert sich auf ein einfaches Holzgehäuse. Das Miniaturdesign des Gebäudes selbst ist eine geschlossene Einheit und beherbergt eine Reihe von handgefertigten und gefundenen Objekten. Diese beziehen sich unterschiedlich auf Folklore, religiöse Ikonographie und die dissonanten Objekte des Surrealismus, wobei sie an die Tradition der Wunderkammer erinnern, die in der Renaissance zu einer dominierenden Sammlungsform wurde. Die Wunderkammer kann auch als Vorläufer moderner Museen gesehen werden, die die Evolution der Wissenschaft und des kategorischen Denkens kennzeichnet. Varga Weisz arbeitet in den Bereichen Skulptur, Malerei und Zeichnung um Themen wie Erinnerung, Sterblichkeit und Tragikomik zu erforschen. Nach ihrer Ausbildung zur Holzschnitzerin in Bayern entwickelt die Künstlerin diese Technik weiter durch das Eintauchen in deren reiche ikonografische Geschichte.

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Speisezimmer (um 1790)
Speisezimmer (um 1790)