Cartoonmuseum Basel

Jacques Tardi

10.11.2018 - 10.03.2019

Der 1946 in Valence geborene Jacques Tardi ist einer der grössten französischen Comiczeichner. Sein extrem sicherer Strich und die gekonnte Stilisierung sind unverwechselbar und haben Generationen von Comickünstlern inspiriert. Tardi arbeitet vornehmlich mit historischen Themen, denen er sich mit grosser Akribie und Detailliebe widmet. Er befasste sich intensiv mit dem ersten Weltkrieg, die Alben "Das Ende der Hoffnung", "Grabenkrieg", "Soldat Varlot" und "Elender Krieg" gehören zu den eindringlichsten und verstörendsten Comics, die je zum Krieg gezeichnet wurden, und haben eine enorme internationale Resonanz gefunden. Auch eines seiner aktuellsten Werke widmet sich dem Krieg, in "Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im Stalag II B" von 2013 berichtet Tardi von den Erlebnissen seines Vaters in der Kriegsgefangenschaft im heutigen Polen.

Das umfangreiche Werk Tardis reicht von der komplexen, im Paris der Belle Epoque angesiedelten Comicreihe "Adeles ungewöhnliche Abenteuer" über das sozialkritische "Abwärts" zum sozialen Abbau im heutigen Frankreich bis zu den von Autor Léo Malet adaptierten Krimis um den pfeifenrauchenden Privatdetektiv Nestor Burma, die vor einer 50er-Jahre-Kulisse spielen.

Tardi studierte an der École des Beaux-Arts in Lyon und der Ecole nationale supérieure des arts décoratifs in Paris und veröffentlicht seit fast 50 Jahren Comics auf höchstem Niveau. Er hat jede erdenkliche Auszeichnung im Comicbereich, darunter den Grand Prix de la Ville d'Angoulême und den Eisner Award, gewonnen, lehnte jedoch die Aufnahme in die französische Ehrenlegion "mit grösster Entschlossenheit" ab. Die umfassende Ausstellung im Cartoonmuseum Basel zeigt Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Zeichners Tardi und beleuchtet auch weniger bekannte Facetten wie seine politischen Cartoons.

Vernissage: 09.11.2018 18.30 h

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Jacques Tardi: Adèle et la Bête (1976), © Tardi / Casterman
Jacques Tardi: Adèle et la Bête (1976), © Tardi / Casterman